Panelist:innen der digiS-Jahreskonferenz 2026
- Prof. Dr. Thorsten Koch
- Projekte 2026
- Katja Sternitzke
- Worldcafé I
- Worldcafe II
- Worldcafe III
- Worldcafe IV
Von resilient und souverän zu renitent und isoliert: Wie geht es weiter mit der KI und unseren Daten?
Prof. Dr. Thorsten Koch
10:25-11:00
Prof. Dr. Thorsten Koch ist Professor für Software und Algorithmen der diskreten Optimierung an der TU-Berlin und Leiter der Abteilungen Angewandte Methoden der Algorithmischen Intelligenz und Digitale Daten und Informationen für Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur am Zuse-Institut Berlin (ZIB).
Er interessiert sich für den Erwerb, die Bewahrung und die Vermittlung von Wissen im Kontext der neuen Möglichkeiten, die Computer hierbei bieten. Er ist Leiter der Verbundzentrale des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (KOBV) und des Forschungs- und Kompetenzzentrums Digitalisierung Berlin (digiS).
Prof. Koch war von 2008-2014 Koordinator des FORNE-Projekts, eines Kooperationsprojekts zwischen sechs Forschungseinrichtungen und der Industrie, das 2016 mit dem EURO Excellence in Practice Award der European Operations-Research Society ausgezeichnet wurde. Von 2013-2019 leitete er das EnergyLab und das SynLab innerhalb des BMBF-Forschungscampus Mathematical Optimization and Data Analysis Laboratory (MODAL).
Er und sein Team erforschen Hochleistungsmethoden zur Lösung großer strukturierter Optimierungsprobleme und ihrer Anwendung in der Praxis, wie z.B. im laufenden Projekt Fully Algorithmic Librarian (FAN), das sich mit der Anwendung von KI in Bibliotheken befasst.
Minute Madness der Projekte 2026
11:00-11:15
Eine Tradition auf der digiS Konferenz ist auch die Minute Madness, in der unsere aktuellen Projektpartner:innen ihre Projekte vorstellen und auf eine tiefere Auseinandersetzung mit ihren Projekten im Rahmen der späteren Poster-Session Lust machen.
Digitalisierung mit Weitblick: Vom pragmatischen Umgang mit Daten bis zu strukturellem Erhalt von Wissen
Katja Sternitzke
13:00 – 13:30
Digitalisierung in Kulturerbeinstitutionen bedeutet weit mehr als die Einführung einzelner digitaler Werkzeuge. Daten entstehen, verändern sich, werden weiterverarbeitet, geteilt und nachgenutzt – und mit ihnen entsteht Wissen, das über institutionelle und personelle Grenzen hinweg erhalten und weitergegeben werden muss. Eine strategische Perspektive auf den Prozess der Digitalisierung und Erschließung kann dabei helfen, Daten resilienter zu gestalten, Nachnutzung zu ermöglichen und dem Verlust von Wissen entgegenzuwirken.
Doch nicht jede Herausforderung lässt sich mit denselben Mitteln lösen: Manche Schritte können niedrigschwellig und mit wenigen vorhandenen Ressourcen umgesetzt werden, andere benötigen technische Infrastrukturen, strukturelle Verankerung in den Institutionen, Kooperationen oder langfristige Förderstrukturen. Der Vortrag zeigt anhand von Beispielen und konkreten Ansatzpunkten, wie eine strategische Digitalisierung und ein durchdachtes Daten- und Wissensmanagement dazu beitragen können, die Bestände von Kulturerbeinstitutionen und die Institutionen selbst resilienter zu gestalten.

Katja Sternitzke ist studierte Vorderasiatische Archäologin. Ursprünglich aus dem Museumsbereich kommend, war sie viele Jahre in verschiedenen Projekte an den Staatlichen Museen zu Berlin tätig.
Seit 2021 ist sie bei NFDI4Culture an der Staatsbibliothek zu Berlin beheimatet. NFDI4Culture ist innerhalb der NFDI (Nationale Forschungsdateninfrastruktur) das Konsortium für Forschungsdaten materieller und immaterieller Kulturgüter. 4Culture hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine bedarfsgerechte Infrastruktur für Kulturerbedaten zu ermöglichen. Katja Sternitzke ist als Wissenschaftliche Referentin und Community Managerin für den GLAM-Bereich sowie für Sammlungen verantwortlich. Zu ihren Schwerpunktthemen zählen die nachhaltige Digitalisierung von Sammlungen, die strategische Sicherheitsdokumentation als Bestandteil der Erschließung sowie die Entwicklung forschungsfähiger Sammlungsdaten.
Aktuell leitet sie die Special Interest Group (SIG) „Digitalisierung, die dem Austausch von (Retro)Digitalisierungspraktiker:innen aus ganz Deutschland und darüber hinaus dient. Parallel dazu baut sie die Special Interest Group (SIG) „Resilienz“ auf. Diese vernetzt Akteur:innen aus den Bereichen Kulturgutschutz, Digitalisierung und Datenmanagement mit dem Ziel, durch Wissenstransfer und Kooperation die Resilienz digitaler Kulturerbedaten nachhaltig zu stärken. Ihre Expertise bringt sie außerdem im Beirat der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbundes und in der AG Kulturerbe im Digitalen Raum bei Blue Shield Deutschland ein.
Zugang schaffen – KI als Unterstützung bei Erschließung und Retrieval
Leslie Zimmermann, Hanna Warth-Geraci, Susanne Opfermann
14:30-15:30
Wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, Informationen, Wissen und Bestände besser zugänglich und auffindbar zu machen? In diesem World Café möchten wir gemeinsam erkunden, welche Potenziale KI für die Erschließung und das Retrieval bietet und wo dabei Herausforderungen und offene Fragen liegen. Im Mittelpunkt stehen praktische Erfahrungen, Ideen und Perspektiven: Wie können KI-gestützte Verfahren die Suche verbessern, neue Zugänge schaffen und Arbeitsprozesse unterstützen? Gemeinsam diskutieren wir Chancen, Grenzen und mögliche Zukunftsszenarien.

Leslie P. Zimmermann ist Referent für Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalstrategie an den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und lehrt am Lehrstuhl für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit der Universität Mannheim. Zuvor arbeitete er als Referent für Digitale Strategie bei der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Städel Museum in Frankfurt am Main. Er studierte Kunstgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt sowie Philosophie und Soziologie an der Universität Kassel. Er ist Co-Sprecher der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbund. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der digitalen Transformation und KI im Kulturbereich, der kritischen Auseinandersetzung mit technologischen Entwicklungen sowie der Innovation und Zukunft des Museums.

Hanna Warth-Geraci studierte in Leipzig Museologie und befasste sich in ihrer Abschlussarbeit mit der Sammlungsdokumentation in Museen. Sie arbeitete in Digitalisierungsprojekten am Badischen Landesmuseum und dem Stadtmuseum Bietigheim-Bissingen. Seit 2021 ist sie im Sammlungsdatenmanagement am Landesmuseum Württemberg in der Abteilung Digitale Museumspraxis & IT tätig. Sie ist zertifizierte Trainerin für Forschungsdatenmanagement.

Susanne Opfermann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Landesstelle für Museen Baden-Württemberg und verantwortlich für die Kompetenzfelder Sammlungsqualifizierung und Digitalisierung. Als Kunsthistorikerin mit digitalem Background verbindet sie inhaltliche, technische und strategische Perspektiven und hat die Vernetzung von analoger und digitaler Sammlungsarbeit im Blick. Seit 2025 ist sie Sprecherin des von ihr mitbegründeten AK Digital im Museumsverband Baden-Württemberg e.V.
Beteiligung und Öffnung – FAIrRe Datenbereitstellung und Vernetzung
Alexander Winkler, Lukas Fuchsgruber, Lucy Patterson
14:30-15:30
Digitale Vernetzung und Kollaboration. Sammlungsdaten im Wikiversum
Das Wikiversum – Plattformen wie Wikipedia, Wikimedia Commons und Wikidata – gewinnt an Bedeutung für Kulturerbe-Institutionen, die Menschen an ihrem Wissen beteiligen wollen. Für Sammlungsdaten ist hier besonders Wikidata relevant, denn diese Plattform funktioniert als Knotenpunkt der Vernetzung zwischen den digitalen Sammlungen und bietet Möglichkeiten der kollaborativen Arbeit. Denn was Wikidata so besonders macht, sind sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die Community, die hier aktiv ist.

Lucy Patterson ist Referentin digitales Kulturerbe bei Wikimedia Deutschland und arbeitet dort zu strukturierten Kulturdaten und Freiem Wissen. Sie entwickelt Ansätze dafür, wie Kulturerbe-Fachleute die offene Infrastruktur von Wikimedia nutzen können, um kulturelles Wissen stärker zu vernetzen und zugänglicher zu machen. Besonders interessiert sie sich dafür, Verzerrungen und Bias in Daten sichtbar zu machen und zu erkunden, wie die Wikimedia-Projekte machtkritische Ansätze der Wissensproduktion unterstützen können. Seit 2017 ist sie bei Wikimedia und bringt einen Hintergrund in transdisziplinärer Community-Arbeit, Open Practices und die mittlerweile etwas verblasste Erinnerung daran mit, einmal Molekularbiologin gewesen zu sein.

Lukas Fuchsgruber ist Kunsthistoriker und Museumsforscher in Berlin. Seit Juni 2025 arbeitet er als Manager für digitales Kulturerbe bei Wikimedia Deutschland. Zuvor war er mehrere Jahre als Postdoc an der TU Berlin im Projekt „Museums and Society – Mapping the Social” und führte eine Fallstudie zur Relevanz digitaler Museumssammlungen für die kritische Museologie durch. Sein Buch über diese Forschung erschien im Oktober 2025 unter dem Titel „Museen und die Utopie der Vernetzung“.

Alexander Winkler beschäftigt sich bei digiS neben der Projektbetreuung mit Themen wie Open Science, Künstlicher Intelligenz in der Erschließung sowie Vermittlung und Nachnutzung von Kulturdaten.
Infrastruktur ist nie fertig – wer entwickelt sie weiter?
Lisa Pfeiffer
14:30-15:30
ELIO – das Entwicklungslabor für Innovation in der Objektdigitalisierung am Museum für Naturkunde Berlin – entwickelt gemeinsam mit Technologieunternehmen neue Lösungen für die Digitalisierung von Sammlungsobjekten. Im Mittelpunkt stehen Hardware, Software und Dienstleistungen, die aus konkreten Bedarfen von Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen entstehen.
Dabei verbindet ELIO Technologieentwicklung mit der Frage, wie Innovationen langfristig betrieben, finanziert und verbreitet werden können. Neben der Entwicklung von Prototypen arbeitet ELIO deshalb an Modellen, die eine gemeinsame Vermarktung und Weiterentwicklung von Produkten zwischen öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen ermöglichen. Ziel ist es, digitale Lösungen nicht nur zu entwickeln, sondern sie dauerhaft verfügbar und für den Kultur- und Forschungsbereich nutzbar zu machen.

Lisa Pfeiffer leitet am Museum für Naturkunde Berlin das Entwicklungslabor für Innovation in der Objektdigitalisierung (ELIO). Dort beschäftigt sie sich mit der Frage, wie neue Technologien die Digitalisierung wissenschaftlicher Sammlungen voranbringen können und wie aus Forschung, technologischer Entwicklung und Zusammenarbeit mit Unternehmen Lösungen entstehen, die auch langfristig funktionieren.
Ihr Schwerpunkt liegt an der Schnittstelle von Wissenschaft, Digitalisierung und Innovation. Dabei bringt sie unterschiedliche Perspektiven und Akteur:innen zusammen, entwickelt neue Kooperations- und Transferansätze und begleitet Ideen von der ersten Erprobung bis hin zu tragfähigen Anwendungen.
Wie muss eine nachhaltige Förderung und Gesetzgebung aussehen, die digitale Resilienz unterstützt?
Annette Kleffel, Silvia Faulstich
14:30-15:30

Silvia Faulstich leitet den Bereich Kultur der Technologiestiftung Berlin. Dort verantwortet sie im Projekt kulturBdigital – einer Kooperation mit der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt – Angebote für Wissenstransfer und Kompetenzaufbau zum Einsatz digitaler Technologien im Kulturbereich sowie den kulturBdigital-HelpDesk als Anlaufstelle für Fragen des digitalen Kulturalltags. Zuvor war sie bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz tätig, unter anderem im Steuerungsteam des Verbundprojekts museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft.

Annette Kleffel ist Leiterin der Abteilung für Kultur & Bildung bei der Technologiestiftung Berlin und verantwortlich für die strategische Planung und Umsetzung von Projekten. Sie hat Angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg studiert. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen an den Schnittstellen von Kultur, Bildung und Digitalität.
Seit 2018 verantwortet sie gemeinsam mit ihrem Team die Kooperation kulturBdigital mit der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit bedarfsgerechten Angeboten unterstützt kulturBdigital Berliner Kulturakteur:innen beim Einsatz digitaler Technologien. Zu den Schwerpunkten gehören Wissenstransfer, Vernetzung, geteilte Infrastrukturen und die Gestaltung nachhaltiger Rahmenbedingungen für zeitgemäßes Arbeiten im Kulturbereich.

