Bedarfsumfrage
Das Thema der Langzeitverfügbarkeit stand 2025 weit oben auf der Agenda von digiS und den Kolleg:innen des KOBV. Unterstützt durch den Organisationsberater und Coach Prof. Dr. Martin Zierold konnten wir im Oktober unsere zweigeteilte Bedarfsumfrage zum Thema der Langzeitverfügbarkeit / Langzeitarchivierung (LZA) abschließen. Unsere Gesprächspartner:innen, die sowohl online als auch in persönlichen Fokusgruppengesprächen interviewt wurden, waren Vertreter:innen von Kulturerbeeinrichtungen in direkter Zuständigkeit der Senatsverwaltung für Kultur, Ref. Kulturelles Erbe, sowie von Bibliotheken des KOBV. Unser Ziel lag einerseits darin, Sichtbarkeit für das Thema der digitalen Nachhaltigkeit bei den Leitungen der Häuser herzustellen, zum anderen Bedarfe und Herausforderungen im Umgang mit der LZA von unseren Partner:innen zu ermitteln.
Einige kurze Spotlights auf erste Erkenntnisse unserer Bedarfsumfrage: Die LZA findet weithin unsichtbar für Nutzer:innen und Kolleg:innen in den Partnerinstitutionen „hinter den Kulissen der (großen Organisations-)Bühne“ statt. Dies führt dazu, dass diese Daueraufgabe in vielen Einrichtungen wenig präsent ist und infolgedessen nicht mit dauerhaften Ressourcen untersetzt wird. Folgende Hinweise unserer Gesprächspartner:innen verstehen wir ausdrücklich als anspornende Kritik an unserem Open Source System EWIG: Anstrebenswert ist eine Beschleunigung und Verschlankung der Ablieferung und des Transfers der Daten ins System. Dem konnten wir bereits proaktiv mit der Entwicklung der Webanwendung Best Match begegnen (siehe unten). Die Vermittlung eines Access-Konzeptes zu EWIG, die weitere Automatisierung der Ablieferungs- und (Pre-)Ingestprozesse, sowie die Entwicklung einer zunächst rein organisatorischen Verbund- und Unterstützungsstruktur mit den beteiligten Partnereinrichtungen, wurden als Bedarfe seitens der Partner:innen formuliert.
Releases
Im Oktober wurde die Entwicklung des Webtools „Best Match“ erfolgreich abgeschlossen. Mit dieser Webanwendung können Datenlieferungen für das von digiS und dem KOBV betriebene Langzeitarchiv EWIG (ewig.zib.de) von jeder datenliefernden Institution und vor der Übergabe an digiS bzw. an das ZIB selbstständig auf Vollständigkeit überprüft werden. Das Tool ist nützlich für kleinere Institutionen, die ihre Daten nicht ohne weiteres entsprechend der offiziellen EWIG-Spezifikation bereitstellen können. Mehr dazu hier. Alle Einführungstutorials stehen hier und ein Poster zum Best Match-Tool ist in digiS‘ Zenodo-Community veröffentlicht
Zum Jahreswechsel erschien ein EWIG-Release mit dem Codenamen „Fats Domino“. Dieses betrifft in erster Linie Neuerungen im (Pre-)Ingest: Neben der Best Match-Anwendung zur Datenvorbereitung bei unseren Datengeber:innen (insbesondere digiS) werden zwei weitere Datenaufbereitungstools veröffentlicht. Der Generic METS Builder (GeMeBu) erstellt EWIG-konforme Ablieferungs-Datenpakete (SIPs). Dateizuordnungen unter anderem aus Best Match können direkt mit GeMeBu verarbeitet werden. Dies verringert den Aufwand für den Ingest von Daten in EWIG signifikant. Entworfen wurde das Werzeug für den internen Gebrauch, kann allerdings von EWIG-Datenpartnern auch selbständig verwendet werden. Das Werkzeug metstools unterstützt vor allem EWIG-intern die Verarbeitung und Erstellung von EWIG-METS SIPs und wird auch von GeMeBu verwendet.
