Förderprogramm

Anfang Oktober 2025 tagte die Jury des digiS-Förderprogramms. Insgesamt wurden 34 formal förderfähige Anträge von unterschiedlichsten Berliner Kulturerbeinstitutionen für 2026 eingereicht und die Jury empfahl final neun davon. Die Empfehlungen wurden von der Kultursenatorin Frau Wedl-Wilson übernommen.

Während die neuen Projekte also schon in den Startlöchern standen, ging es bei unseren Partner:innen 2025 in die letzte Runde ihrer noch ausstehenden Projektarbeiten und natürlich auch in die Vorbereitung ihrer Kurzvorträge für die digiS-Jahreskonferenz am 13. November 2025. Beim Abschlusstreffen am 11. Dezember beschlossen wir gemeinsam das digiS-Jahr – nach einem kurzen Resumée von 2025 aus digiS-Sicht und abschließenden Informationen zu den letzten Projektschritten stellten die Partner:innen ihre vielfältigen Ergebnisse und Erkenntnisse vor.

12. digiS-Jahreskonferenz am 13. November 2025

Die Vielfalt der Projekte spiegelt nämlich „im Digitalen die Vielfalt der Berliner Kulturlandschaft wider. Und wir, digiS, sorgen in Kooperation mit unseren Projektpartner:innen und auch Partner:innen wie dem Zuse-Institut dafür, dass die Ergebnisse dieser Projekte, die Kulturdaten, sichtbar, zugänglich und verfügbar sind.“ Dieses Zitat von digiS-Koordinatorin Anja Müller wurde anschaulich in den verschiedenen Panels unserer Jahreskonferenz diskutiert, die natürlich wie jedes Jahr unser Veranstaltungs-Highlight war. Bei „Datenkultur(en): Kooperation macht den Unterschied“ waren insgesamt knapp 220 Gäste online und vor Ort dabei.

Zur ausführlichen und multimedialen Nachlese geht’s hier entlang.

   Foto: Fabian Winkler

Langzeitarchivierung (LZA) / EWIG

Das Thema der Langzeitverfügbarkeit stand 2025 weit oben auf der Agenda von digiS und den Kolleg:innen des KOBV. Unterstützt durch den Organisationsberater und Coach Prof. Dr. Martin Zierold konnten wir im Oktober unsere zweigeteilte Bedarfsumfrage zum Thema der Langzeitverfügbarkeit / Langzeitarchivierung abschließen. Erste Erkenntnisse aus der Umfrage und weitere „Neuigkeiten aus der LZA“ haben wir hier zusammengefasst.

Kulturfördergesetz

Im Februar 2025 hat die Berliner Kulturkonferenz einen Beteiligungsprozess für ein Berliner Kulturfördergesetz gestartet. „Digitalität“ ist eines der darin vorgesehenen Handlungsfelder – natürlich hat digiS da ein Wörtchen mitzureden oder zumindest eine Meinung. Geleitet von den Kolleg:innen Annette Kleffel und Silvia Faulstich (kulturBdigital / Technologiestiftung) erarbeiteten wir in der Fachgruppe Digitalität zusammen mit vielen anderen Berliner Kulturakteur:innen Empfehlungen für dieses Handlungsfeld. Zum aktuellen Status des Gesetzes empfehlen wir den Livemitschnitt der Diskussionsveranstaltung am 15. Dezember: https://www.kulturfoerderngesetz.de/

Die Zwischenergebnisse aller 15 beteiligten Fachgruppen werden am 9. Februar 2026 im Deutschen Theater präsentiert: Anmeldung und weitere Informationen finden sich ebenfalls bei https://www.kulturfoerderngesetz.de unter „Aktuelles“.

Veranstaltungen & Workshops

Oktober

Vom 6. Bis 8. Oktober fand die Herbsttagung der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbunds erneut bei digiS am Zuse-Institut Berlin statt. Unser Kollege Alexander Winkler eröffnete die Tagung mit dem Beitrag „Always already AI-ready. Sammlungsdaten in Zeiten von KI“: https://doi.org/10.5281/zenodo.17270515 Am 07. Oktober hielt Marco Klindt gleich zwei Vorträge bei der Herbsttagung: “Keinen Plan? digiS-Förderanträge sind Datenmanagementpläne!” und „(M)ein Jahr mit der LIDO-AG“.

Am 08. Oktober war Xenia Kitaeva bei der Jahreskonferenz von kulturBdigital „Besser teilen“ eingeladen und diskutierte auf dem Podium mit Silvia Faulstich, Tabea Golgath und Matthias Stier über Kompetenzaufbau und Digital Literacy in Theorie und Praxis. Die Diskussion kann hier nacherlebt werden. Hier geht’s zur gesamten, lohnenswerten Nachlese der Konferenz

Am 14. Oktober stellte Xenia Kitaeva bei der Herbstfortbildung des Kompetenzzentrums Bestandserhaltung (KBE) der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) die zwei Säulen des digiS-Förderprogramms vor: „Förderung und Kompetenzaufbau im Berliner Modell: Das Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS)“ und hielt am 17. Oktober zusammen mit Alexander Winkler den Vortrag „Objektbeschreibungen sind Basisarbeit. Zum neuen ML-Feature in musdb“ bei der museum-digital User:innen-Tagung: https://doi.org/10.5281/zenodo.17378243

Am 22. bis 24. Oktober nahm digiS an der internationalen Konferenz „Zugang gestalten“ in Leipzig teil, bei der digiS auch im Partner:innen-Gremium sitzt. Zum kleinen Konferenzbericht von digiS geht’s hier entlang, für iRights Law schrieb Jens Crueger eine ausführliche Zusammenfassung: https://irights.info/artikel/zugang-gestalten-2025-ki-und-kulturerbe/32705 Die DDB verfasste einen LinkedIn-Beitrag https://www.linkedin.com/posts/deutsche-digitale-bibliothek_ohne-inanspruchnahme-einer-ki-erstellter-activity-7392245196018728960-QPJi und für die eigene Meinungsbildung lässt es sich hier https://zugang-gestalten.org/medienarchiv/ im Medienarchiv stöbern.

Am 23. Oktober war Anja Müller zu Gast bei „Barcamp: Berlin – Stadt des offenen Wissens für Wissenschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Kultur“ und diskutierte auf einem Podium mit Prof. Dr. Michelle Christensen, Ben Burmeister und Lisa Stubert über vielfältiges und vernetztes offenes Wissen in Berlin.

November

Am 4. November hielt Alexander Winkler den Workshop „From Zero to SPARQL. Eine Einführung in die Abfrage von Wissensgraphen (Schwerpunkt Wikidata)“. Der Workshop war eine grundlegende Einführung für Anfänger:innen ohne Vorkenntnisse. Nach der Vorstellung des Grundgedankens hinter RDF ging es um die wesentlichen Syntaxelemente und Funktionen von SPARQL. https://doi.org/10.5281/zenodo.17368769

Am und um den 13. November herum drehte sich bei digiS alles um die eigene Jahreskonferenz. Wir sind sehr zufrieden und immer noch berauscht und inspiriert von der Veranstaltung! Zur oben bereits erwähnten Nachlese hier entlang!

Am 21. November besuchte die Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen mit ihrem Zertifikatskurs „KI in Bibliotheken“ uns das zweite Jahr in Folge im Zuse-Institut Berlin, um den Teilnehmenden eine Gelegenheit zu geben, sich auch in Präsenz auszutauschen. Das bedeutete natürlich, dass eine Prise digiS (und KOBV) im Programm inkludiert war – Prof. Dr. Thorsten Koch hielt einen Einführungsvortrag zum Thema KI, Tim Hasler präsentierte die KI-Schreibmaschine und Xenia Kitaeva bereitete ein kleines, unterhaltsames Promptbattle vor.

Am 25. Und 26. November war digiS beim 12. Tag der Bestandserhaltung „Vom Papier zum Pixel – Bestandsschonende Digitalisierung“ im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde. Marco Klindt diskutierte mit Jens Niederhut, Lars Müller, Dr. Martin Luchterhandt und Cornelia Hanke die Themenschwerpunkte Originalerhalt, Digitalisierung, Ersatzdigitalisierung und Bestandserhaltung – die Originale hier wunderbar scherzhaft zusammengefasst als „Kram“ – und führte im Nachmittagsprogramm gemeinsam mit einem weiteren ZIB-Kollegen eine kleine Gruppe von Konferenzteilnehmenden durch den ZIB-Keller für eine Demonstration der Bandspeicher und Hochleistungsrechner. Auch Xenia Kitaeva und Anja Müller beteiligten sich mit einem Vortrag zum digiS-Förderprogramm an der Tagung: „Zwischen Bewahren und Erneuern: Das Berliner Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes“ informierte über einige Besonderheiten des Förderprogramms und erlaubte einen kleinen Blick in das kommende digiS-Jahr 2026.

Fast zeitgleich, am 26. November fand die Jahrestagung „Wie weiter?“ des Berliner Museumsverbands auf dem Forschungscampus Dahlem statt und Alexander Winkler und Xenia Kitaeva luden ins Zuse-Institut Berlin für den Workshop „Künstliche Intelligenz in der Sammlungserschließung“ ein. Mit einer kleinen Gruppe Berliner Museumsmenschen diskutierten und erprobten sie Maschinelle Lernprozesse in der Sammlungsarbeit. 

Dezember

Am 1. Dezember fand MLM II (Machine-Learning-Montag II) statt, diesmal als Kooperationsveranstaltung mit Dominik Bönisch Alpári von der HSD Hochschule Düsseldorf / Arbeitsgruppe MIREVI: „Vom Suchen & Finden. Audiovisuelle Archive zwischen Recherche, KI und semantischer Exploration“ behandelte aktuelle Ansätze, mit denen audiovisuelle Sammlungen anders zugänglich und neu erfahrbar gemacht werden können – von semantischer Suche über Detektivarbeit im Stadtraum bis hin zur Nutzung generativer KI in der Archivexploration. Moderiert wurde die Veranstaltung von Xenia Kitaeva, neben Dominik Bönisch Alpári steuerten Kaspar Aebi (Mapping the Archive) und Laura Rettig (Universität Basel / DBIS) Vorträge bei.  

Am 2. Dezember hielt Alexander Winkler den Workshop „Umwege zu besseren LIDO-Daten. Workflows externer Normdatenanreicherung“ und behandelte darin Prozesse, die mit externen Tools Kontrollierte Vokabulare in Daten einbinden: https://doi.org/10.5281/zenodo.17779761

Am 4. Dezember fand ein interner Workshop für digiS-Partner:innen statt, der sich mit dem neuen LZA-Tool „Best Match“ befasste. Mehr zu „Best Match“.

Am 10. Dezember hielt Xenia Kitaeva bei der Fachgruppe Digitale Transformation des Berliner Museumsverbandes einen Vortrag zum Twitter-Ausstieg von digiS. Der Vortrag „digiS und der eXit. Abschied von Twitter/X & Aufbau von Mastodon- (und Linkedin-)Präsenzen“ behandelte sowohl Gründe für den Ausstieg als auch den zeitlichen Ablauf und enthielt (erste) Erkenntnisse über den Wechsel ins Fediverse und zu LinkedIn.

Am 11. Dezember fand wie bereits oben erwähnt das Abschlusstreffen der Projekte 2025 statt.

Personalia

Verabschiedung von Beate Rusch. Nach 28 Jahren engagierten Dienstes in der KOBV-Zentrale, davon 15 Jahre als geschäftsführende Leiterin, sowie nach 12 Jahren im Leitungsteam von digiS, wurde unsere hochgeschätzte Chefin Beate Rusch im Oktober 2025 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Ebenfalls mehrere Jahre bereicherte Roxanne Vierhaus als studentische Hilfskraft das digiS-Team in den Bereichen Organisation und Öffentlichkeitsarbeit. Roxanne widmet sich ab 2026 ausschließlich ihrem Studienabschluss und hat das digiS-Team daher zum Jahresende verlassen.

Blick ins neue Jahr

Was bringt das neue Jahr außer neun sehr spannenden neuen digiS-Projekten? Nach Drachenjahr und Quadratjahr fiel uns die Entscheidung zum digiS-Motto des Jahres 2026 nicht leicht. Laut chinesischem Kalender beginnt am 17. Februar ein Feuerpferd-Jahr, das verschiedene Prognosen mit sich bringt. Nehmen wir mal die positiven: Es soll „Energie, Schwung und kreative Power“ bringen.

Das (andere) Tier des Jahres ist der Rothirsch (NABU), der Vogel 2026 ist das Rebhuhn (NABU) und das Gestein des Jahres ist Rhyolith. Der Begriff „ist eine Wortschöpfung aus den griechischen Wörtern ῥεῖν rheĩn „fließen“ und λίθοςlíthos „Stein“. 2026 ist demzufolge auch das Jahr des fließenden Steins und Rhyolith sieht nicht nur (manchmal) aus wie Beton, sondern lässt sich auch als Baumaterial verwenden. 

Und „Bauen“ ist ein gutes Stichwort! Bereits aus dem Rückblick auf das letzte Quartal des vergangenen Jahres lassen sich unschwer Themen erkennen, die wir auch 2026 weiter ausbauen werden:

Die Verbesserung unseres infrastrukturellen LZA-Services EWIG für digiS und KOBV-Partner:innen steht an oberster Stelle. Wir werden uns bemühen, das Thema der nachhaltigen Digitalisierung (und damit der Langzeitverfügbarkeit/Langzeitarchivierung) in diesem Jahr auf die große Bühne zu holen.

Dort bereits platziert sind die Herausforderungen und Potenziale Künstlicher Intelligenz für Daten und Objekte des kulturellen Erbes. Auch daran arbeiten wir weiter, ab Februar 2026 verstärkt durch eine weitere Projektstelle und in enger Kooperation mit dem KOBV sowie dem Landesarchiv Berlin und der Stiftung Stadtmuseum Berlin sowie weiteren bibliothekarischen Institutionen.

Wir freuen uns darauf, auch 2026 wieder mit teilweise schon bekannten Institutionen in neuen Projektzusammenhängen zusammenzuarbeiten. Die Begleitung unserer Projektpartner:innen und die Gestaltung unseres Förderprogramm sind und bleiben das Fundament unserer Arbeit. Die neuen Projektpartner:innen sind: 

Projekte 2026

Die ersten digiS-Veranstaltungen können wir ebenfalls schon für Q1 2026 ankündigen. Wie immer startet das digiS-Workshop-Jahr mit den Grundlagen der Digitalisierung und Marco Klindt:

Von und mit digiS

  • 24.02. Grundlagen techn. Digitalisierung Online-Vortrag und QA-Session mit Marco Klindt
  • 09.03. Einsatz und Anwendung kontrollierter Vokabulare und Normdaten. Online-Workshop mit Alexander Winkler.
  • 17.03. Infotag zum Förderprogramm Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin
  • 24.03. Metadaten I (Q&A zu den eLectures) mit Marco Klindt

Mit digiS

 

Da die Reihe positiv aufgenommen wurde, arbeiten wir auch dieses Jahr an einer Machine-Learning-Montag (MLM) Reihe, die ab Frühjahr 2026 starten wird (Q2). Darüber und über alle anderen digiS-Veranstaltungen und -Veröffentlichungen informieren wir wie gewohnt hier, über unsere Mailingliste und auf unseren Social Media-Kanälen!

Wir wünschen allen Lesenden, Interessierten und natürlich unserem Netzwerk ein gutes, gesundes, aufbauendes und möglichst rhyolithaltiges Jahr 2026!