Förderprogramm

Projekte 2026
Dreh- und Angelpunkt eines jeden digiS-Jahres sind die Digitalisierungsprojekte, über die wir hier schon berichtet haben. Am 29. Januar trafen wir uns zum Auftakttreffen der Projekte 2026 bei uns am Zuse-Institut Berlin und spätestens seitdem sind die Projekte in vollem Gange.
Heute schon an 2027 denken: digiS-Infotag
Am 17.03. fand der digiS-Infotag statt, der sich an alle Berliner Institutionen richtet, die Kulturgut digital zugänglich machen möchten und ein entsprechendes Projekt planen. Denn das „Förderprogramm zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes Berlin“ bietet vorbehaltlich zur Verfügung stehender Haushaltsmittel auch 2027 wieder die Möglichkeit, Fördermittel für Digitalisierungsprojekte zu beantragen. Neben einem ausführlichen Überblick von Anja Müller (digiS-Leitung) über alle Fakten und Fun Facts des Förderprogramms war ausreichend Zeit für Fragen in der großen Runde. Im Anschluss gab es Einzelberatungen zu den ersten spannenden Ideen verschiedener Kulturerbeinstitutionen.
Ausschreibung 2027 (erste Informationen, unter Haushaltsvorbehalt)
Infotag verpasst aber Digitalisierungsidee (und Berliner Kulturerbe) vorhanden? Meldet euch bei uns! Bitte lest vorab die aktuelle „Förderrichtlinie zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes Berlin 2026“ sowie unsere Erstellungshilfe und die FAQ. Diese Dokumente helfen dabei, das Projekt auf die Anforderungen der Förderung abzustimmen. Alle Dokumente werden vor der nächsten Ausschreibung noch aktualisiert.
Veranstaltungs- und Workshoprückblick
Wie in jedem Quartal fanden bei digiS einige öffentliche Workshops und weitere Veranstaltungen statt. Und auch in Q1 schon haben digiS-Kolleg:innen sich (mit Vorträgen oder nur zum Gucken) auf externen Veranstaltungen getummelt. Der Januar 2026 war etwas ruhiger und geprägt vom Start der neuen Projekte – die wichtigste Veranstaltung war für uns demzufolge das Auftakttreffen.
Februar
Am 10.02. machte sich Marco Klindt für den ersten Schwung Workshops warm, indem er mit einer kleinen git-Einführung für die LIDO-AG und Interessierte einstieg. Am 24.02. ging dann mit den Basics der alljährliche digiS-Workshop-Rummel los: Ebenjener Marco Klindt hielt einen Impulsvortrag zu „Grundlagen technischer Digitalisierung“ und beantwortete Fragen zu den altbewährten eLectures. Fun Fact: Wenn Dinge nicht standardisiert digitalisiert werden, entstehen unverständliche Zeichen, und natürlich gibt es einen japanischen Begriff dafür: Mojibake.
Vom 23.-27.02. war Alexander Winkler für digiS auf der diesjährigen Jahrestagung des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) in Wien. Das Tagungsthema „Nicht nur Text, nicht nur Daten“ entspricht unseren Zielen, Sammlungen, Sammlungsobjekte und nicht-textuelle Daten auch für die geisteswissenschaftliche Forschung verfügbar und gut nutzbar zu machen. Mit anderen Mitgliedern der DHd-AG „Sammlungen als Daten“ hat Alexander Winkler einen gut besuchten Workshop „Sammlungsdaten als Forschungsdaten in den Digital Humanities“ (Abstract: https://doi.org/10.5281/zenodo.18702753) gegeben, in dem Fragen zur Genese, optimalen Bereitstellung und Nutzung von Sammlungsdaten diskutiert wurden.
Beherrschendes Thema der Konferenz war auch dieses Jahr die Künstliche Intelligenz in all ihren Facetten. Auch die digitale Kunstwissenschaft mit Fokus auf Computer Vision war dieses Jahr gut im Programm vertreten. Einen umfassenden Einblick in die Fülle der Vorträge, Workshops und Poster und in gewisser Weise auch in den Status Quo der digitalen Geisteswissenschaften in Deutschland bietet das üppige Book of Abstracts zur Veranstaltung (https://doi.org/10.5281/zenodo.18591948). Hier zudem eine Nachlese auf dem DHd-Blog: https://dhd-blog.org/?p=23520
März

In Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Brandenburg Digital an der Fachhochschule Potsdam fand auf dem dortigen Campus am 02.03. der Workshop „Hands-On Technische Digitalisierung“ statt. Im Digitalisierungslabor wurden praktische Aspekte von Aufsicht-, Durchsicht- und Flachbettscannern und Eigenschaften von Scan-Softwarelösungen demonstriert und diskutiert. Insbesondere ging es um Messungen von Auflösungen, Unterschiede und Anwendungsszenarien von Farbkeilen und Color-Targets und Möglichkeiten und Besonderheiten beim Digitalisieren von Schwarz-Weiß- und Farbnegativen. Ziel war es, den Teilnehmenden Wissen zu vermitteln, um die Kommunikation mit Dienstleistenden zu verbessern.
Am 04.03. führten Anja Müller und Anna-Lena Nowicki zusammen mit Prof. Dr. Paul Klimpel eine EUIPO-Praxiseinführung für die Projekte 2026 durch. Die interne Veranstaltung wurde mit Erfahrungsberichten zum EUIPO-Portal durch Stephanie Wintermann (Mitte Museum) und Antje Stritzke (Technikmuseum Berlin) bereichert. Die durch das EUIPO-Portal erhoffte Vereinfachung bei der öffentlichen Zugänglichmachung von Kulturerbe-Objekten („vergriffene Werke = nicht-verfügbare Werke“, „verwaiste Werke“) hält in der praktischen Umsetzung leider noch einige Unwägbarkeiten parat. In diesem Jahr werden wir dazu dank des Digitalisierungsprojekts der Gedenkstätte Hohenschönhausen sicherlich weitere praktische Erkenntnisse gewinnen.
Am 09.03. hielt Alexander Winkler den Workshop „Einsatz und Anwendung kontrollierter Vokabulare und Normdaten“. Im Workshop wurden zunächst die wesentlichen Inhalte der als Video online bereitgestellten eLecture rekapituliert und Fragen diskutiert. Im Mittelpunkt stand aber die praktische Anwendung kontrollierter Vokabulare anhand einiger Beispiele und das gemeinsame Ausprobieren verschiedener Recherchemöglichkeiten in den gängigen großen kontrollierten Vokabularen (GND, AAT, Iconclass, Geonames, Wikidata). Die Folien stehen hier zur Verfügung: https://doi.org/10.5281/zenodo.18591757
Unter dem Themenschwerpunkt „Digitalisierung für die Ewigkeit? – Datenqualität in der Praxis“ fand vom 19.-20.03 die achte Ausgabe der Workshopreihe zu Retrodigitalisierung in der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Marco Klindt stellte bei seinem Vortrag „Master bitte als TIFF, Nutzerderivate als JPEG?! Eine kurze Einführung in Dateiformate für Bilder anhand von TIFF und EXIF“ Ideen und Strukturen von Dateiformaten vor. Die Folien zum Vortrag sind hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.19384380. Während des Workshops wurde von den 110 Teilnehmenden aus D-A-CH anschließend diskutiert, wie mit dem enormen Speicherbedarf zur Bewahrung von Masterdigitalisaten umgegangen werden könnte und ob es an der Zeit wäre, TIFF unkomprimiert durch ein anderes, verlustfrei-komprimiertes Format zu ersetzen. Diese Diskussion wird wohl noch weitergeführt werden müssen.
Am 24.03. führte Marco Klindt ein Q&A zu den „Metadaten I“-eLectures durch, die die konzeptionellen Hintergründe und Probleme bei der Erschließung von Objekten des kulturellen Erbes im Digitalen vermitteln. Kulturerbe-Daten sind nur nachhaltig (nach-)nutzbar, wenn sie interoperabel erfasst und exportiert werden.
Am 25.03. fand der erste digiS-Stammtisch, die „GND-Fischer-Bowl“, für die Projektpartner:innen 2026 statt. In entspannter Runde diskutierte Barbara Fischer von der Arbeitsstelle für Standardisierung bei der Deutschen Nationalbibliothek diskutierte mit uns und den digiS-Partner:innen über den Öffnungsprozess der Gemeinsamen Normdatei (GND) für die Bedarfe von Einrichtungen nicht-bibliothekarischer Sparten wie Museen, Archive, Gedenkstätten etc. Nachzulesen sind unsere Fragen und Barbaras Antworten auch bei Linkedin.
Veranstaltungs-Ausblick aufs 2. Quartal 2026
Von und mit digiS
- 13.04. Machine-Learning-Montag I:
What the Hype? Eine Einführung in die Grundlagen des maschinellen Lernens für Kulturerbeinstitutionen - 20.04. Wikidata für die Sammlungserschließung
- 27.04. Machine-Learning-Montag II:
KI und Recht für Kulturerbeeinrichtungen
Mit digiS
- 28.-29.05. MAI-Tagung in Frankfurt am Main
- 17.-18.06. Tagung „Schreibt KI Geschichte?“ (Berlin, Haus der Wannseekonferenz)
Aus unserem Netzwerk
- 09.04. DDB-Sprechstunde (Online, keine Anmeldung notwendig)
- 30.04. Workshop „Vom Sammlungsobjekt zum Objektdatensatz. Das LIDO-Format als Standard für die Beschreibung von Kulturobjekten“ (Online, Anmeldung: https://events.nfdi4culture.de/event/53/)
- 10-13.05. Jahrestagung Deutscher Museumsbund
- 20.05. Minimaldatensatz-Sprechstunde (Online, „LIDO-Servicestelle“ im Dropdown-Menü auswählen: https://nfdi4culture.de/de/helpdesk.html
- 19.-22.05. BiblioCon
- …Weitere interessante Hinweise aus dem Open Research Office Berlin hier
Personalia
Im Februar konnten wir zwei neue Kolleg:innen bei digiS/KOBV begrüßen: Judith Schönbohm für das EWIG-Team und Christoph Halbmeier, der für ein gemeinsames Projekt von KOBV und digiS (s.u.) das Team bereichert.
digiS macht und tut
Neues Projekt
Die dynamische Entwicklung neuer KI-Modelle bringt Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Potenziale und Limitationen mit sich, die auch den Kulturbereich betreffen. digiS und KOBV haben daher ein Projekt initiiert, das Einrichtungen des kulturellen Erbes bei der Bewertung und Erprobung von KI-Anwendungen unterstützt: Ziel ist es, ausgewählte Modelle und Workflows prototypisch zu testen und eine fundierte Grundlage für ihren Einsatz in der Sammlungserschließung zu schaffen. Im Fokus stehen zunächst Aufgaben der Bilderschließung auf Basis von digitalisierten Beständen der Stiftung Stadtmuseum Berlin und des Landesarchivs Berlin, die in den vergangenen Jahren gemeinsam mit digiS aufgebaut wurden und unter anderem am ZIB im digitalen Langzeitarchiv EWIG verwahrt werden. Diese wichtige Kombination aus umfangreichem Bildmaterial und der leistungsfähigen Infrastruktur des ZIB ermöglicht eine systematische Erprobung von KI-Verfahren, um diese auf verantwortungsvolle Weise im Kulturbereich nutzbar zu machen. Zum Projektauftakt fand Mitte Februar ein erstes gemeinsames Treffen der beteiligten Institutionen statt.
Kulturfördergesetz
Zusammen mit der Berliner Kulturkonferenz e.V. „(…) hat sich die Berliner Kulturlandschaft in überwältigender Zahl auf den Weg gemacht, um ihre eigene Zukunft zu schreiben.“ (S. 7)
15 Fachgruppen mit übergreifenden und spartenspezifischen Handlungsfeldern haben auf knapp 150 Seiten ihre Empfehlungen für verschiedene Bereiche der Kultur erarbeitet – Geleitet von den Kolleginnen von kulturBdigital stellte die Fachgruppe Digitalität (digiS vertreten von Anja Müller und Xenia Kitaeva) in einem kollaborativen Prozess u. a. fest:
„Digitalisierung bildet die Grundlage für Digitalität: Erst durch die digitale Erfassung, Speicherung und Verfügbarkeit von Informationen entstehen neue kulturelle Möglichkeitsräume. Digitalität wiederum ist Voraussetzung für eine aktive gesellschaftliche Gestaltung im digitalen Zeitalter.“ (S. 72)
Das Thema Digitalität im Kulturbereich ist nur eine Facette bzw. acht sehr komprimierte Seiten Lektüre im Kulturfördergesetz-Reader, für uns aber natürlich täglich Brot, weswegen wir den Text nun (nochmals) wärmstens empfehlen wollen.
Empfehlungen, Definitionen, Ziele auf S. 72-81 des Readers. Zum Reader: https://www.kulturfoerderngesetz.de, Beitrag auf dem Blog der Technologiestiftung, Bericht der rbb
Neuigkeiten aus unserem Netzwerk
DDBStudio
Im Februar wurde bekannt, dass sich die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) aufgrund erheblicher Mittelkürzungen von 20% im laufenden Jahr gezwungen sieht, ihren beliebten Service DDBStudio einzustellen. Mit DDBStudio wurden in den letzten Jahren nahezu 300 virtuelle Ausstellungen zu den verschiedensten Themen veröffentlicht. Auch viele digiS-Projekte eröffneten (und eröffnen) mit einer virtuellen Ausstellung einen anderen, komplementären Blick auf die digitalisierten Objekte. Die virtuellen Ausstellungen existieren als Unterseiten des Webauftritts der DDB, sind jedoch nicht anderweitig mit Metadaten versehen oder katalogisiert. Die FAIR-Prinzipien für gute Datenqualität sehen vor, dass Daten mit ausführlichen Metadaten versehen werden, die im Idealfall auch dann noch erhalten sind, wenn die Daten selbst nicht mehr zur Verfügung stehen (A2, vgl. https://www.go-fair.org/fair-principles/a2-metadata-accessible-even-data-no-longer-available/). Wikidata bietet hier eine niedrigschwellige Lösung zur Erschließung der Ausstellungen.
Sollte DDBStudio nun gänzlich dem Rotstift zum Opfer fallen, lässt sich nun zumindest über die Metadaten in Wikidata nachvollziehen, welche Ausstellungen es gab, wer sie wann publiziert hat und in vielen Fällen auch, mit welchen Themen sie sich beschäftigten. Möglich wurde dies durch das Engagement der Wikidata-Community. digiS-Kollege Alexander Winkler hatte zunächst die frei verfügbaren Metadaten zu den bestehenden Ausstellungen aufbereitet und nach Wikidata geladen. Dort hat die Community die Anregung aufgegriffen und Informationen zu den Ausstellungen ergänzt. Jens Bemme (SLUB Dresden) hat nicht nur ganz wesentliche Teile der Erschließungsarbeit geleistet, sondern diesem ‚Metadatenaktivismus‘ auch einen Blog-Post gewidmet: https://osl.hypotheses.org/20726
Ein Hoffnungsschimmer zum Schluss: Durch die strukturierte Erfassung der Metadaten zu den einzelnen Ausstellungen war es ein Leichtes, die Ausstellungen allesamt in der Wayback-Machine des Internet Archive zu archivieren. Es steht also zu hoffen, dass die Inhalte der Ausstellungen so schnell nicht aus dem Internet verschwinden. Auffindbar bleiben sie durch die FAIRen Metadaten auf Wikidata, die nun auch den entsprechenden Link zum Internet Archive enthalten. Einen Überblick über die archivierten Ausstellungen samt Archivlinks gibt es hier: https://w.wiki/Jzn7
Die Wikipedia feiert ihren 25. Geburtstag! – Gemeinsam für Freies Wissen: Kultur- und Gedächtnisorganisationen, Schulen und Universitäten in Österreich und Deutschland schenken der Wikipedia zum 25. Geburtstag einzigartige Inhalte
Die Wikipedia feierte am 15.01.2026 ein Vierteljahrhundert Freien Wissens. Zu diesem Anlass haben über 30 Kultureinrichtungen aus Deutschland und Österreich ein besonderes (Daten-)Geschenk beigetragen: Jeweils 25 unter einer freien Lizenz veröffentlichte Inhalte (Bilder, Videos und Audiodateien…), wurden auf Wikimedia Commons veröffentlicht. Diese „Schatzkammer des kulturellen Erbes“ spiegelt die Vielfalt der beteiligten Häuser wider. Seit dem 15.01. sind alle Geschenke mit den Grußworten der Institutionen auf der Wikipedia-Seite https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:25_Jahre_Wikipedia zu finden.
Die Beteiligung weiterer Institutionen ist seitens der Wikipedia sehr erwünscht und das ganze Jahr 2026 über möglich. Ansprechpartner bei Wikipedia für diese Datenspende ist Holger Plickert, Referent Kultur- und Gedächtnisinstitutionen: holger.plickert@wikimedia.de
Apropos freies Wissen: Open Heritage Statement
digiS reiht sich in eine illustre Liste von Unterzeichnenden des Open Heritage Statement ein. Das Open Heritage Statement ist ein globaler Aufruf zum Handeln, der von mehr als 60 Organisationen aus 25 Ländern im Rahmen der von Creative Commons ins Leben gerufenen Open Heritage Coalition erarbeitet wurde. Im Statement werden gemeinsame Werte, zentrale Herausforderungen und Prioritäten dargelegt, um die weltweite Kluft beim gerechten Zugang zum kulturellen Erbe zu schließen und als Leitfaden für die künftige internationale Politik zu dienen.
Zum Statement und weiterführenden Informationen: https://openheritagestatement.org
Präsentation zum Statement von Lukas Fuchsgruber, Wikimedia Deutschland: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:WMDE_Open_Heritage_Statement_Workshop_2026.pdf
Bis hierhin gelesen…? Glückwunsch! Als Belohnung gibt es das Save the Date für die digiS-Jahreskonferenz: Diese findet 2026 am 27. November in Berlin (und online) statt.
Bis zum nächsten Quartal, vielleicht früher
Eure digiSse
